Kinderschutz 21. November 2022 · HO

FRÖBEL-Podcast: Sexualisierte Gewalt – wie schütze ich mein Kind?

Ein bis zwei Kinder pro Schulklasse sind rechnerisch von sexueller Gewalt betroffen. Kinderschutz-Expertin Katrin Hentze erklärt im Podcast für Familien, wie wir Kinder besser schützen und Betroffenen wirklich helfen können.

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen und doch kaum sichtbar: sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Laut Weltgesundheitsorganisation sind in jeder Schulklasse rechnerisch ein bis zwei Kinder betroffen. In regelmäßigen Abständen berichten die Medien über Fälle, in denen Kindern systematisch und teils über Jahre sexualisierte Gewalt angetan wurde, oftmals von Personen aus dem engeren Umfeld. Unter den Folgen leiden Überlebende häufig lebenslang.

"Schieb den Gedanken nicht weg!" fordert die aktuelle Kampagne der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und des Bundesfamilienministeriums. Den Gedanken zuzulassen, dass sexuelle Gewalt im eigenen Umfeld möglich wäre, ist der erste Schritt für mehr Kinderschutz. Viel mehr Prävention ist nötig, aber auch Wissen darüber, wie man bei einem (begründeten) Verdacht ins Handeln kommen kann.

Wie können wir Kinder besser schützen - und im Ernstfall schnell helfen? Darüber spricht Podcasterin Henrike Ortmann mit der ausgebildeten Sozialarbeiterin und Familientherapeutin Katrin Hentze. Seit sechs Jahren ist sie Teil des Teams Kinderschutz bei FRÖBEL, inzwischen in leitender Position, außerdem ist sie stellvertretende Vorsitzende des Berliner Kinderschutzbundes. 

Das sind die Themen: 

  • Was verbirgt sich hinter den Begriffen „sexueller Missbrauch“ und „sexualisierte Gewalt“?
  • Wer hat welche Pflichten gegenüber Kindern – auf institutioneller und persönlicher Ebene?
  • Welcher Ort birgt das größte Risiko für Kinder, Opfer sexualisiert er Gewalt zu werden?
  • Wie schütze ich mein Kind vor sexualisierter Gewalt?
  • Wie gehe ich mit neuen Personen im Umfeld meines Kindes um, z. B. einer neuen Babysitterin oder einem neuen Partner?
  • Worauf sollte ich bei der Wahl einer Kita oder Schule für mein Kind achten?
  • Wie sensibilisiere ich mein Kind für Gefährdungen, ohne ihm Angst zu machen?
  • Was können Anzeichen sein, dass mein Kind ein Opfer sexualisierter Gewalt (geworden) sein könnte?
  • Wie reagiere ich, wenn mir ein Kind von sexuellem Missbrauch berichtet?
  • Was tue ich, wenn ich den Verdacht habe, dass ein Kind sexualisierte Gewalt erfahren hat?
  • Was ist, wenn sich ein Kind mir anvertraut hat, aber nicht möchte, dass ich aktiv werde?
  • Was passiert, wenn ich einen Verdacht äußere, der sich nicht begründen lässt oder als falsch rausstellt?
  • Wie kann man Kinder vor Cyber-Grooming schützen?
  • Was ist das Allerwichtigste, das Erwachsene tun können, um Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen?

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Wenn Du von sexualisierter Gewalt betroffen bist oder bestimmte Erfahrungen nicht einordnen kannst und keine Person in Deinem Umfeld kennst, mit der Du sprechen kannst (oder die Dir glaubt) - hier kannst Du anrufen: 

116 111 (ohne Vorwahl)

Die Nummer des Kinder- und Jugendtelefons ist kostenfrei, denn es ist ein Angebot der Regierung. Du musst auch Deinen Namen nicht nennen, wenn Du das nicht möchtest. 
Die Nummer ist erreichbar: Montag bis Samstag von 14 Uhr bis 20 Uhr. 

Hier findest Du weitere Informationen:
www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/kinder-und-jugendtelefon 

Informationen und Beratung für Jugendliche und erwachsene Bezugspersonen

Für betroffene Jugendliche, erwachsene Bezugspersonen und Fachkräfte: 

Für Eltern: 

Anlaufstellen sind außerdem Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie die Jugendämter vor Ort. 

Informationen zu sexueller Gewalt im Internet (Cybergrooming):

FRÖBELcast - der Podcast für Familien

Familienleben ist nicht immer ein Ponyhof. Neben vielen schönen und einzigartigen Momenten beschert es Eltern immer wieder neue Herausforderungen. Im FRÖBELcast greifen wir im lockeren Gespräch mit Exper*innen aus der Praxis Themen auf, die viele Eltern und Sorgeberechtigte beschäftigen - vom Schlafenlernen über die Eingewöhnung in der Kita bis zu Veränderungen in der Familie. 

Wir möchten Familien unterstützen, begleiten und inspirieren - manchmal hilft in einer scheinbar ausweglosen Situation schon ein Perspektivwechsel ein kleines bisschen weiter. Jeden Monat gibt es eine neue Folge.